Fiat Luchs

Nun ist es beinahe 190 Jahre her, daß der reitende Förster Spellerberg aus Lautenthal den letzten frei lebenden Luchs im Harz mit Hilfe von etwa 200 weiteren Jägern und Treibern nach zweieinhalbwöchiger Treibjagd zur Strecke bringen konnte. War man damals – im Jahre 1818 – froh darüber, diese größte einheimische Raubkatze aus den Harzer Wäldern beseitigt zu haben, so geht man heute im Harz den genau entgegengesetzten Weg: Seit Beginn des neuen Jahrtausends werden hier wieder Luchse ausgewildert. Noch ist die Population aber viel zu klein, um sich langfristig selbst erhalten zu können.

Normalerweise stellen diese recht scheuen Tiere für den Menschen keine Gefahr dar, da sie dessen Nähe meiden. Dennoch sollten Sie bei einer zufälligen Begegnung mit einem Luchs nicht vergessen, daß sie es bei dieser Großkatze mit einem Raubtier zu tun haben.

Dem Luchs wurden übrigens in früherer Zeit die Eigenschaften hellhörig und verstohlen zugesprochen. Noch heute sind uns Redewendungen wie „er hat Ohren wie ein Luchs“ oder „jemandem etwas abluchsen“ geläufig.

Um nochmals auf den eingangs erwähnten Förster Spellerberg zurückzukommen: An sein Jagdglück erinnert im Wald zwischen Seesen und Lautenthal ein Gedenkstein.

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