Bilder aus dem Harz

Januar 20, 2008

Jetzt muß doch hier mal dringend auf eine neue Webseite hingewiesen werden, welche sich dem bisher noch nie dagewesenen und daher schwer innovativen Thema „Bilder aus dem Harz“ verschrieben hat. ;-)

Neben den Fotos der üblichen Verdächtigen – Brocken, Schmalspurbahn, Burgruinen und (wie aufregend!) seltene Pflanzen :*) gibt es da auch eines mit einem doch recht ungewöhnlichen Vorgang. Es zeigt einen Drachen, dem die Zähne geputzt werden. Nun ist der Drache als solcher zwar im Harz nicht heimisch*, wird aber dennoch als Gegner für die diversen und immer populärer werdenden Ritterspiele und -kämpfe benötigt. Daß dabei auch auf Zahngesundheit wert gelegt wird, gehörte aber bisher nicht mit zum Allgemeinwissen. Böse Zungen behaupten dagegen, daß die Zahnreinigung nur deshalb durchgeführt wird, um den unerträglichen Mundgeruch dieser Bestien zu beseitigen. Auf diese Weise soll angeblich Chancengleichheit und ein fairer Kampf gewährleistet werden.

Foto: Zähneputzen beim Drachen

*Damit besteht auch keine Gefahr, daß er hier eventuell wieder angesiedelt werden könnte. ;-)


Willst du deinen Wald vernichten – pflanze Fichten, nichts als Fichten.

Dezember 29, 2007

Im Mittelalter war der Harz fast vollständig abgeholzt worden, da dieser Rohstoff als Baumaterial für Häuser, Dämme und Bergwerksstollen sowie als Energielieferant benötigt wurde. Die kahlen Flächen forstete man mit einer Baumart auf, die zwar anfällig für Sturm und Ungeziefer ist, aber dafür sehr schnell wächst – mit Fichten. Die damit verbundenen Risiken nahm man bereitwillig in Kauf, so wie wir es heute mit anderen Dingen ebenfalls tun.

Die Fichtenbestände im Harz sind heute geplagt von einem starken Befall mit Borkenkäfern. Hierzu muß man wissen, daß die Fichte nicht von Natur aus im Harz beheimatet ist, sondern dort ausschließlich zur schnellen Nutzholzgewinnung angepflanzt wurde. Die Heimat der Fichte liegt in nördlicheren Regionen. Normal wäre im Harz ein von Buchen beherrschter Mischwald. Die in weiten Teilen des Harzes vorherrschende Fichten-Monokultur ist besonders anfällig für Schädlinge wie den Borkenkäfer, zumal die Fichten durch das sich in letzter Zeit erwärmende Klima besonders gestreßt und geschwächt sind. Nun wird die Fichte von diesem Käfer von denjenigen Standorten verdrängt, auf denen sie nicht heimisch ist. Dieser Prozeß wird sich in den nächsten Jahren vermutlich noch weiter verstärken, so daß in einer Art natürlicher Auslese die Fichte aus dem Harz verdrängt wird und an ihre Stelle andere Baumarten – vor allem Buchen – treten werden.

So sorgt der Klimawandel dafür, daß sich im Harz wieder ein ursprünglicher Mischwald entwickeln kann, so wie er hier schon vor mehr als eintausend Jahren zu finden war. Dies ist ein schönes Beispiel dafür, wie es der Natur wieder einmal gelingt, sich selbst zu regenerieren und menschliche Fehler auszugleichen.

Einen kleinen optischen Eindruck vom borkenkäfergeplagten Harzer Fichtenwald finden Sie auf diesem Bild vom Gipfel der Schalke im Oberharz.


Fiat Luchs

Dezember 29, 2007

Nun ist es beinahe 190 Jahre her, daß der reitende Förster Spellerberg aus Lautenthal den letzten frei lebenden Luchs im Harz mit Hilfe von etwa 200 weiteren Jägern und Treibern nach zweieinhalbwöchiger Treibjagd zur Strecke bringen konnte. War man damals – im Jahre 1818 – froh darüber, diese größte einheimische Raubkatze aus den Harzer Wäldern beseitigt zu haben, so geht man heute im Harz den genau entgegengesetzten Weg: Seit Beginn des neuen Jahrtausends werden hier wieder Luchse ausgewildert. Noch ist die Population aber viel zu klein, um sich langfristig selbst erhalten zu können.

Normalerweise stellen diese recht scheuen Tiere für den Menschen keine Gefahr dar, da sie dessen Nähe meiden. Dennoch sollten Sie bei einer zufälligen Begegnung mit einem Luchs nicht vergessen, daß sie es bei dieser Großkatze mit einem Raubtier zu tun haben.

Dem Luchs wurden übrigens in früherer Zeit die Eigenschaften hellhörig und verstohlen zugesprochen. Noch heute sind uns Redewendungen wie „er hat Ohren wie ein Luchs“ oder „jemandem etwas abluchsen“ geläufig.

Um nochmals auf den eingangs erwähnten Förster Spellerberg zurückzukommen: An sein Jagdglück erinnert im Wald zwischen Seesen und Lautenthal ein Gedenkstein.